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Deutsche Meister im Eiskunstlauf 2012 gekürt


08.01.2012

Die Deutsche Eiskunstlauf-Meister 2012 heißen Peter Liebers, Nicole Schott, Maylin Hausch/Daniel Wende und Nelli Zhiganshina/Alexander Gazsi.

Peter Liebers gewann seinen dritten Meistertitel vor Paul Fentz und Martin Rappe. Liebers stand fünf gute Dreifachsprünge, stieg aber beim dreifachen Axel um. Der Berliner setzte seine anspruchsvolle Choreographie zu „Resistance“ und „Hurt“ von Muse sehr gut um und kam auf 221,36 Punkte. „Mit der Meisterschaft bin ich sehr zufrieden. Die Kür hätte noch einen Tick besser sein können, aber ich spare mir noch etwas auf für die EM. Gleich morgen steige ich in die Vorbereitung ein“, sagte Liebers. Fentz wackelte ebenfalls beim dreifachen Axel, bot aber noch zwei dreifach-dreifach Kombinationen und erlief 184,71 Punkte. „Das ist natürlich ein Riesenerfolg für mich“, freute sich der 19 Jahre alte Berliner. „Ich erhalte viel Motivation durch das Training mit Peter (Liebers), un der hat mir so manchen Tipp gegeben.“ Rappe zeigte sechs Dreifachsprünge, aber stürzte beim Flip. Bei seinem Meisterklassen-Debüt holte er Bronze mit 176,45 Punkten.

Nelli Zhiganshina/Alexander Gazsi feierten ebenfalls ihren dritten Meistertitel vor heimischen Publikum in Oberstdorf. Die EM-Siebten siegten souverän mit 157,42 Punkten vor Tanja Kolbe/Stefano Caruso aus Berlin und Carolina Hermann/Daniel Hermann aus Nordrhein-Westfalen.
Zhiganshina/Gazsi erlaubten sich keinen Fehler in ihrer modernen „Romeo und Julia“ Kür und bekamen einen Level vier für sechs der acht Elemente zuerkannt. „Unsere Leistung und unsere Punktzahl waren sehr gut. Bis zur Europameisterschaft ist nicht mehr viel Zeit, und wenn wir diese Leistung dort wiederholen können, werden wir sehr zufrieden sein“, sagte Gazsi.
Kolbe/Caruso mussten in ihrem romantischen Programm zur „Love Story“ einen Sturz bei einer Hebung hinnehmen und hielten sich mit 1,17 Punkten Vorsprung und insgesamt 122,52 Zählern auf Rang zwei. „Wir sind sehr froh, dass es mit Silber geklappt hat, aber mit unserer Leistung sind wir nicht so zufrieden. Bei den anderen Wettbewerben sind wir sicherer gelaufen, hier wollten wir zuviel“, gab Kolbe zu. Die Geschwister Hermann zeigten eine dynamische Kür zum Musical „Marguerite“. Mit der zweitbesten Kürwertung kamen sie auf 121,35 Punkte.

Die Essenerin Nicole Schott setzte sich gegen Isabel Drescher aus Dortmund und die Krefelderin Katharina Zientek durch. Damit gingen alle drei Medaillen nach Nordrhein-Westfalen. Die 15 Jahre alte Schott zeigte zwei dreifache Toeloops und Salchows in ihrer Kür zu „Nothing Else Matters“, nur der dreifach geplante Rittberger geriet doppelt. Mit 131,65 Punkten rückte sie vom zweiten Platz im Kurzprogramm vor und sicherte sich erstmals den Titel. „Das ist sehr überraschend für mich, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Nun will ich im Training gut reinhauen und meine Sachen stabil hinbekommen“, sagte sie.
Drescher kam ebenfalls sturzfrei durch ihre Kür und stand unter anderem einen dreifachen Toeloop und dreifachen Salchow. Sie erreichte 129,01 Zähler und verbesserte sich um einen Rang. Sie gewann ihre zweite Silbermedaille bei der Deutschen Meisterschaft nach 2008. „Ich freue mich, dass es wieder mit einer Medaille geklappt hat. In den vergangenen Jahren bin ich bei der Deutschen Meisterschaft etwas zusammengesackt und es lief nicht wie erhofft“, erklärte Drescher.
Zientek rückte mit der drittbesten Kür auf den Bronzerang vor (126,62 Punkte). „Ich bin zwar nicht ganz sauber gelaufen und habe davon profitiert, dass die Titelverteidigerin nicht am Start war, aber insgesamt bin ich zufrieden“, kommentierte Zientek, die als einzige Teilnehmerin im Kurzprogramm eine Kombination aus zwei dreifachen Toeloops gezeigt hatte. Nathalie Weinzierl (Mannheim) fiel nach mehreren Fehlern vom ersten auf den sechsten Rang zurück. Nach der Kür stellte sich heraus, dass ihre Kufe angebrochen war.

Im Wettkampf der zwei Paarlauf-Duos hatten Maylin Hausch/Daniel Wende aus Oberstdorf die Nase vorn und sicherten sich ihren zweiten Deutschen Meistertitel nach 2010 mit 157,82 Punkten. Mari Vartmann/Aaron van Cleave (Düsseldorf/Berlin) gewannen wie im Vorjahr Silber (133,45 Punkte). Hausch/Wende brachten nach langer Verletzungspause mit dreifachem Wurfsalchow, doppeltem Wurflutz und Level-vier Hebungen eine ordentliche Leistung zur schwungvollen Filmmusik „Your Highness“ auf das Eis. Hausch patzte jedoch bei den Einzelsprüngen. „Es bedeutet uns viel, den Titel zum zweiten Mal geholt zu haben. Es war ein Test für die Europameisterschaft. Wir wollten Selbstvertrauen tanken und zeigen, dass wir noch da sind“, sagte Wende. Vartmann/van Cleave zeigten unter anderem einen dreifachen Wurfrittberger, doppelten Wurflutz und Level-vier Pirouetten, aber Vartmann stürzte beim dreifachen Wurfsalchow. „Wir sind stolz, dass wir uns für die Europameisterschaft qualifiziert haben, aber hier haben wir Fehler gemacht, die nicht passieren dürfen“, räumte Vartmann ein.



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