Gemeinsam gegen Doping

 

 

Die Deutsche Eislauf- Union steht für einen fairen und sauberen Sport.
 

Aktuelle Informationen zum Thema Anti-Doping sind auf der Homepage der Nationalen Anti-Doping Agentur, der NADA eingepflegt. Hier finden Sie Broschüren & Formulare, den WADA-Code, den NADA-Code, die Verbotsliste, die Beispielliste zulässiger Medikamente und Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln. 

An dieser Stelle möchten wir den Eiskunstläufern und Eiskunstläuferinnen einige Informationen an die Hand geben, die sich mit dem Kontrollwesen der Aktiven befassen.

Die nationale Ant-Doping Agentur führt in Deutschland die Kontrollen der Sportler durch. Diese Kontrollen werden bei Wettkämpfen aber auch unangekündigt durchgeführt. Damit dies möglich sein kann, hat man für die Sportler ein Meldewesen eingeführt, denn nur wenn die NADA weiß, wo sich ein Sportler aufhält, sind unangekündigte Kontrollen möglich.

Bereits seit dem 01. Januar 2009 gilt das neue Meldewesen für alle NADA-Sportler. Dieses wurde notwendig, um die nationale Regelung an die internationalen Regeln der WADA (World Anti-Doping Agentur, WADA-Code 2009) anzupassen und eine größere internationale Gerechtigkeit zu erzielen.
Zum Beginn des Jahres 2010 gab es bzgl. der einzuhaltenden Meldepflichten keine Änderungen.
Die NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) unterscheidet in Ihrer Vorgehensweise bei olympischen Sportarten zwischen drei Gruppen von Sportlern:


1. Sportler, die dem RTP (Registered Testpool) angehören. Dieser Pool wurde analog der internationalen Bezeichnung für den IRTP
(internationaler Testpool der Verbände) gebildet. Diese RTP-Athleten unterfallen sowohl der Ein-Stunden-Regelung (s. u.) als auch der Abgabe und Pflege der Whereabouts (s. u.).


2. Sportler, die dem NTP (Nationaler Testpool) angehören. NTP-Athleten sind verpflichtet, ihre Whereabouts abzugeben und zu pflegen, unterliegen jedoch nicht der Ein-Stunden-Regelung.


3. Sportler, die dem ATP (Allgemeiner Testpool) angehören. Diese sind alle Bundeskaderathleten bis D/C-Kader, die nicht schon Mitglieder des RTP oder des NTP sind. Die Athleten des ATP sind lediglich dazu verpflichtet, Adressen und Rahmentrainingspläne abzugeben, damit auch sie unangekündigt kontrolliert werden können.


Im Rahmen der Testpooleinteilung sind nachfolgende Begrifflichkeiten zu beachten:

a. Ein-Stunden-Regelung:
Die Ein-Stunden-Regelung besagt, dass der Athlet bzw. die Athletin für jeden Tag eine Stunde benennt, in der er/sie an einem vorher benannten Ort anzutreffen sein muss. Die Stunde muss jeweils gegen Ende eines Quartals (am 25. des entsprechenden Monats) für die nächsten drei Monate im Voraus benannt werden, kann aber jederzeit verändert bzw. aktualisiert werden (über ADAMS). Wird der Athlet bzw. die Athletin in dieser Stunde vom Kontrolleur nicht am benannten Ort angetroffen, bekommt er/sie einen so genannten Strike (s. u.) für ein Kontrollversäumnis. Die NADA hat versucht, den Kreis der Athleten/innen, die von der Ein-Stunden-Regelung betroffen sind, so klein wie möglich zu halten. Betroffen sind hauptsächlich Sportler/innen, die unter Profibedingungen trainieren, so dass in vielen Fällen die Stunde in eine regelmäßige Trainingszeit gelegt werden kann. Möglich ist auch, sie in die frühen Morgenstunden zu legen, dann muss allerdings gewährleistet sein, dass das Klingeln gehört wird, wenn der Kontrolleur vor der Tür steht.


b. Whereabouts: Weil die ausschließliche Anwendung der Ein-Stunden-Regelung im Anti-Doping-Kampf nicht ausreichen würde, muss auch außerhalb der anzugebenden Stunde getestet werden können. Die Athleten/innen sind deshalb verpflichtet, den Kontroll-Organisationen ihre Aufenthaltsdaten mitzuteilen. Und zwar in der Form, dass sie jeweils gegen Ende eines Quartals (jeweils am 25. März, am 25. Juni, am 25. September und am 25. Dezember) ihre Daten für die nächsten drei Monate angeben müssen (Whereabouts). Bisher stand diese Regelung in Verbindung mit der Verpflichtung, sich ab- oder umzumelden, wenn man mehr als 24 Stunden von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort entfernt ist. Die 24-Stunden-Regelung wird künftig dadurch ersetzt, dass die Pflege der Daten strenger erfolgen muss und in der Quartalsmeldung für jeden Tag die Wohn- bzw. Übernachtungsadresse sowie regelmäßige Aktivitäten (z.B. Schule, Uni, Arbeitsplatz, Training, Wettkampftermine sowie die jeweils dazugehörige Adresse) anzugeben ist. Diese Angaben müssen natürlich jeweils den Gegebenheiten angepasst werden (schriftlich, per Fax oder über ADAMS (https://adams.wada-ama.org/adams/)). Wird ein/e Athlet/in nicht angetroffen, wird überprüft, ob der Grund darin liegt, dass die angegebenen Daten nicht stimmen. Wird dieser Fall festgestellt, wird ebenfalls ein Strike notiert.


c. Strikes (früher Missed Test): Strikes werden für Kontrollversäumnisse innerhalb der Ein-Stunden-Regel (betrifft nur den RTP) sowie für Meldepflichtversäumnisse (RTP und NTP), also der unvollständigen oder falschen Angabe der Whereabouts, vergeben. Mögliche Versäumnisse werden künftig von der NADA geprüft; sie erteilt auch die Strikes. Eine unabhängige Kommission kann auf Wunsch des betroffenen Athleten anschließend das Verfahren auf seine Richtigkeit überprüfen. Eine fehlende 3-Monatsmeldung wird also als Strike gewertet und muss entsprechend bestraft werden. Außerdem sind unverändert jegliche Änderung der Kontaktdaten, also e-mail, Telefon, Adresse usw. ebenfalls sofort der NADA zu melden, ansonsten wird auch diese „Nichtmeldung“ als Strike gewertet.

 

e. Sanktionen
Hat ein Athlet oder eine Athletin innerhalb von 18 Monaten drei Strikes bekommen, muss durch die DEU ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet werden, da in der Regel zu einer Sperre von ein bis zwei Jahren führen kann. Liegen Strikes von verschiedenen Organisationen (WADA, NADA sowie ISU) vor, werden sie addiert.
Bei Synchro-Teams gilt, dass die o.g. Sperren bei Strikes nicht für das ganze Team, sondern nur für den jeweiligen Sportler gelten.

Zusammenfassend lassen sich die Meldepflichten kurz so darstellen:

RTPNTPATP
WhereaboutsWhereaboutsJahresmeldung /
Rahmentrainingsplan
1-h-Regelung  

Sanktionen identisch


Grundsätzlich ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass gemäß allgemeiner Übereinstimmung zwischen den Verbänden, der NADA, dem DOSB und dem BMI die Verantwortlichkeit über die korrekte Meldung des Aufenthalts (der „Whereabouts“) alleinig dem Sportler obliegt, nicht dem Trainer, dem Verband oder sonstigen Personen. Zwar erfolgt in Fällen, in denen die DEU die Sportler zu internationalen Wettkämpfen meldet (WM, EM, JWM, GP-Wettbewerbe), auch parallel eine Meldung der DEU an die NADA. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte der Sportler jedoch immer, auch in diesen Fällen, selbst seine Whereabouts für alle Tage des Jahres der NADA melden. Nur dann könnt Ihr als Sportler sicher sein, dass alle Meldungen auch wirklich bei der NADA ankommen.

Gleiches gilt übrigens auch für die Einnahme von Medikamenten:

Der Sportler ist letztlich alleinig für seinen Körper und auch eine
korrekte Meldung seines Aufenthaltsortes verantwortlich –
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.



Weitere Informationen:

 

(FAQ - Häufig gestellte Fragen)

 

 Welt-Anti-Doping-Code: Aktuelle Verbotsliste 2013

 

Für weitere Fragen stehen die Verbandsärzte zur Verfügung.

München, April 2013

 
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