
Die Berliner Eistänzer Alexia Kruk/Jan Eisenhaber (Foto) haben bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2026 in Tallinn (Estland) mit einer Top-Ten-Platzierung für das beste deutsche Resultat gesorgt. Im Einzellaufen überzeugten Genrikh Gartung, Leon Rojkov und Anna Gerke.
Das Eistanzpaar Alexia Kruk/Jan Eisenhaber erzielte das beste Ergebnis des DEU-Teams bei der diesjährigen Junioren-WM. Die Deutschen Juniorenmeister sicherten mit einem Top-Ten-Rang zwei deutsche Startplätze für die Disziplin für die nächsten Junioren-Weltmeisterschaften 2027 in Sofia (Bulgarien; 22. bis 28. Februar 2027). Im Rhythm Dance liefen die Schützlinge von Robynne Tweedale und Stefano Caruso zu einer neuen Bestleistung und gingen als Neuntplatzierte in den Kürtanz. Dort erreichte das Eistanzpaar 139,85 Gesamtpunkte und konnte sich noch auf den achten Rang verbessern.
"Wir sind sehr glücklich, dass wir es bei unserem Junioren-WM-Debüt in die Top Ten geschafft haben", sagte Jan Eisenhaber. "Obwohl wir mit unserem Free Dance nicht komplett zufrieden sind, weil es ein paar kleine Unsicherheiten gab und wir aufgeregter als sonst waren, sind wir insgesamt sehr zufrieden." Ihr Ziel für die nächste Saison ist es, wieder bei den Junioren-Weltmeisterschaften zu starten und bei den Junior-Grand-Prix-Wettbewerben um eine Medaille zu kämpfen.
Das zweite deutsche Eistanzpaar Enikö Kobor/Zoard Kobor (46,03 Punkte) hatte das Kürtanz-Finale der besten 20 Paare mit Rang 21 im Rhythmustanz hauchdünn um einen Punkt verpasst. Das Geschwisterpaar musste in der Schrittfolge beim Slide-Element einen Fehler in Kauf nehmen, der sie das Finale kostete. Die Trainingskollegen von Kruk/Eisenhaber konnten bei ihrem JWM-Debüt wertvolle Erfahrungen auf der internationalen Bühne sammeln.
Genrikh Gartung mit starker Aufholjagd in der Kür Elfter
Nach einem statt dreifach nur einfach gesprungenen Axel fand sich der Deutsche Meister Genrikh Gartung nach dem Kurzprogramm auf dem 17. Platz wieder und musste das hochklassige Teilnehmerfeld von hinten aufrollen. Mit der sechstbesten Kür und 209,68 Gesamtpunkten arbeitete sich der dreimalige Junior-Grand-Prix-Medaillengewinner bis auf den elften Platz nach vorne. Highlights seiner Kür waren der Vierfach-Flipp und die Kombination Vierfach-Lutz-Doppel-Toeloop zu Beginn des Programms. Der Dreifach-Axel gelang erneut nur einfach, so dass es für die Top Ten nicht ganz reichte.
"Ich bin die Kür mehr wie ein Training angegangen. Ich war kämpferisch eingestellt, anders als im Kurzprogramm", sagte Genrikh Gartung, der durch seine Saisonstarts im Junioren- und Seniorenbereich schon sehr viele Wettbewerbe hatte. "Aber trotzdem hätte es besser laufen können, auch das Kurzprogramm hätte sauber laufen können." Physisch fühlt sich der 18-Jährige weiter in guter Form. "Ich konnte am Ende des Programms noch eine Dreifach-Kombination machen, aber mental bin ich etwas erschöpft.“ Daher wird der Teenager aus Oberstdorf ein paar Tage Pause einlegen, bevor seine unmittelbare WM-Vorbereitung beginnt. Mit der Teilnahme an den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Prag (Tschechien; 25. bis 29. März 2026) steht für den Schützling von Niko Ulanovsky und Ria Schiffner in zwei Wochen das Saison-Highlight an. Die Titelkämpfe in Tallinn markierten seinen letzten Wettbewerb in der Juniorenklasse, ab der nächsten Saison will sich der EM-Finalist ganz auf die Senioren-Wettkämpfe konzentrieren.
Der zweite deutsche Starter Leon Rojkov qualifizierte sich bei seinem Junioren-WM-Debüt für das Kür-Finale. In seiner Kür machte der Schüler der ehemaligen Bundestrainerin Viola Striegler noch drei Plätze gut und schloss seine erste JWM mit einer neuen Bestleistung von 169,14 Punkten auf Platz 21 ab. Stark waren seine Dreifach-Axel in Kurzprogramm und Kür. "Es hat richtig viel Spaß gemacht, das war das Wichtigste. Die ganze Atmosphäre war etwas ganz Neues und hat mich mehr gepusht und mir Energie gegeben. Es war ein super Event. Es hat mich riesig gefreut, dass ich hier dabei sein und auch meine Kür laufen konnte", berichtete Leon Rojkov. "Mein Ziel für die nächste Saison ist es, einen Vierfachsprung in die Kür einzubauen. Salchow und Toeloop sind auf einem guten Weg, mal schauen, welcher Sprung zuerst stabil kommt. Und einen zweiten Dreifach-Axel. Der Technikwert soll erhöht werden." In der nächsten Saison will der Berliner nochmal Junioren laufen.
Anna Gerke behauptet sich unter 50 Teilnehmerinnen
Unter 50 angetretenen Eiskunstläuferinnen schaffte es Anna Gerke, die schon fünf deutsche Meistertitel hat, mit einem fehlerfreien Kurzprogramm und Bestleistung (57,77 Punkte) als 15. ins Kür-Finale der Juniorinnen. Das war ein Schritt nach vorne für die Schülerin des Dortmunder Trainerteams Martina Dieck, Viktoriia Lopusova und Aliaksei Mialiokhin: Im Vorjahr hatte die 15-Jähirge bei der Junioren-WM noch das Kür-Finale verpasst. Im Gesamtergebnis kam sie mit viel Einsatz und 158,14 Punkten auf den 18. Platz. Ihre besten Sprünge im "Free Skate" waren der Dreifach-Lutz und der Dreifach-Flip am Anfang des Programms, mit einigen weiteren Landungen hatte die Dortmunderin zu kämpfen.
"Die Kür war eindeutig eine ganz schwierige Nummer", sagte Anna Gerke nach ihrem Programm. Die Konkurrenz war mit vielen guten Läuferinnen sehr stark. "Ich finde, im Großen und Ganzen habe ich es doch noch ganz gut hinbekommen." Ihr Resumee für die Saison lautete: "Es gab Höhen und Tiefen, es war alles nicht so ganz einfach. Ich habe dennoch alle Ziele, die ich mir gesetzt habe, erreicht. Darauf bin ich sehr stolz."
Bundesnachwuchstrainerin Nicole Brünner, die bei der Junioren-WM die Mannschaftsleiterin des DEU-Teams war, ist mit dem Gesamtergebnis der deutschen Teilnehmer*innen sehr zufrieden: "Die Startplätze für die Junioren-Weltmeisterschaften 2027 konnten dank der guten Leistung gesichert werden."
Text: Pamela Lechner
Foto: Hella Höppner



















