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Vierfachspringer Genrikh Gartung hat bei der Olympia-Nach-Qualifikation der Eiskunstläufer*innen in Peking (China) im Männer-Wettbewerb am Sonntag den neunten Platz erreicht und somit keinen Olympia-Startplatz für Deutschland bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand (Italien) erlaufen. Großes Ziel der Deutschen Eislauf-Union (DEU) ist es, bei den Winterspielen 2030 in Frankreich wieder in allen Disziplinen vertreten zu sein.
 
Der Großteil der Startplätze für die Olympischen Winterspiele in Mailand war im März bei der Eiskunstlauf-WM 2025 in Boston (USA) vergeben worden. Dort konnte das DEU-Team zwei Olympia-Startplätze im Paarlaufen und einen Startplatz im Eistanzen erlaufen. Bei der Olympia-Qualifikation der Eiskunstläufer*innen in Peking ging es am vergangenen Wochenende um die letzten Olympia-Startplätze: Je fünf bei Männern und Frauen, drei im Paarlaufen und vier im Eistanzen wurden noch verteilt. 
 
Um einen Olympia-Startplatz für Deutschland kämpfte im Männer-Wettbewerb der Olympia-Qualifikation der zweimalige Junior-Grand-Prix-Medaillengewinner Genrikh Gartung vom EC Oberstdorf. Für den 17-Jährigen war dieser bedeutende Wettbewerb zugleich das Debüt in der Seniorenklasse und somit eine große Herausforderung, bei der er mit insgesamt drei starken Vierfachen für technische Glanzpunkte sorgte. Nach Platz neun im Kurzprogramm konnte der Deutsche Juniorenmeister in einem starken Teilnehmerfeld die siebtbeste Kür laufen und insgesamt stattliche 211,17 Punkte erzielen, zum fünften Platz – gleichbedeutend mit einem Olympia-Quotenplatz – fehlten am Ende rund fünf Punkte.

"Das Wichtigste ist, dass ich für alles gekämpft habe", sagte Genrikh Gartung nach dem ersten Wettbewerbsteil. Und nach der Kür: "Ich bin froh, dass ich den Wettkampf geschafft habe, es war sehr hart." Die Anspannung war hoch, der Fokus stark auf den anspruchsvollen Sprung-Elementen. Diese Highlights kosteten viel Kraft, die bei anderen Elementen, wie den Pirouetten, fehlte. "Ich habe wieder sehr viele Punkte bei den Pirouetten verloren. Nachdem ich den Vierfach-Lutz und den Vierfach-Flip gestanden und den Dreifach-Axel gemacht hatte – das waren die drei wichtigsten Elemente – habe ich beim Rittberger ein wenig die Konzentration verloren. Das sollte mir natürlich nicht passieren", berichtete der TopTen-Läufer. "Es hat mir in der Kür sehr viel Spaß gemacht zu laufen, am Ende nicht mehr so sehr, da war ich sehr müde, aber insgesamt hatte ich viel Freude beim Laufen und das ist auch etwas, was ich mitnehmen möchte für die Zukunft. Die Erfahrung von hier wird mir bei den nächsten Wettbewerben helfen." Bei seinem zweiten Junior Grand Prix-Start geht es um das Ticket für das Junior Grand Prix-Finale 2025. 

Komplettes DEU-Team für Winterspiele 2030 als festes Ziel
 
"Für Genrikh Gartung war es erst der Anfang. Man hat beim Olympic Qualifier in Peking gesehen, welches Potenzial in ihm steckt. Das gilt es über den nächsten Olympiazyklus weiterzuentwickeln, bei seinem jungen Trainerteam Niko Ulanovsky und Ria Schiffner ist er in guten Händen", sagt DEU-Sportdirektorin Claudia Wittmann (geb. Pfeifer). Eine deutsche Frau war in Peking nicht ins Rennen geschickt worden. Für die nachrückende Generation an Einzelläuferinnen geht es darum, sich in den kommenden Jahren im internationalen Seniorenbereich zu etablieren. 

"Für unsere schöne Sportart ist es natürlich sehr bedauerlich, in Mailand in den Einzeldisziplinen der Frauen und Männer nicht präsent zu sein und somit auch nicht am olympischen Team-Wettbewerb teilnehmen zu können", so die DEU-Sportdirektorin. Im Mittelpunkt stehen aus DEU-Sicht auf der Road to Mailand Cortina 2026 folglich das Paarlaufen mit den Europameistern und Medaillenkandidaten Minerva Hase/Nikita Volodin und das Eistanzen. "Unser großes Ziel ist es, bei den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen wieder in allen vier Eiskunstlauf-Disziplinen sowie im Team-Wettbewerb vertreten zu sein." 

Weitere Informationen zur Sportart Eiskunstlaufen bei den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina (Italien)

Text: Pamela Lechner
Foto: Tanja Flade

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