
Die Berliner Paarläufer Annika Hocke/Robert Kunkel haben am Donnerstag ihr erstes Training bei den Olympischen Winterspielen in Mailand absolviert und blicken mit Vorfreude auf die Wettbewerbe. Das Olympia-Kurzprogramm im Paarlaufen wird am Sonntagabend (15. Februar) ausgetragen, die Kür-Entscheidung fällt einen Tag später. Im normalen Trainingsalltag ist der Sonntag immer Ruhetag, daher haben die EM-Vierten ihren Trainingsplan bei der Vorbereitung in Berlin komplett umgestellt. Von der Hauptstadt ging es Anfang der Woche mit einem Zwischenstopp an ihrem Heimat- und Trainingsort Bergamo ins Olympische Dorf nach Mailand. In der Mixed-Zone berichtet das Paar vom Glücksgefühl, es nach der Verletzung im Sommer, zu den Spielen geschafft zu haben und den ersten Olympia-Eindrücken.
Über das erste Training im Main Rink der Milano Ice Skating Arena
Annika Hocke: Das Training war super und kurz (lacht). Wir haben gestern nochmal unsere Schlittschuhe neu geschliffen und dachten, wir müssen uns kurz daran gewöhnen, aber es hat extrem gut funktioniert. Das Eis ist super. Es war schön, dass so viele Zuschauer da waren. Es hat extrem viel Spaß gemacht und wir hatten ein sehr gutes Training.
Über die Vorbereitung am Bundesstützpunkt Berlin seit der EM
Robert Kunkel: Die Vorbereitung lief sehr gut. Wir haben bewusst Berlin gewählt, um uns dort auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Dort konnten wir unsere Trainingszeiten auf den Zeitplan der Spiele anpassen und haben immer sehr spät trainiert, was am Anfang sehr herausfordernd war. Die erste Hälfte der Zeit in Berlin haben wir uns mit Nolan Seegert vorbereitet, für die zweite Hälfte ist Luca Dematte aus unserem italienischen Trainerteam gekommen.
Zur Anreise nach Mailand und der Ankunft im Olympischen Dorf
Robert Kunkel: Die letzten beiden Tage waren sozusagen unser Wochenende. Wir haben unseren Wochenrhythmus so angepasst, dass wir jetzt in die Trainingswoche einsteigen und der Paarlauf-Wettkampf für uns wie an einem Donnerstag/Freitag liegt. Das "Wochenende" war ganz schön stressig: Wir sind von Berlin über unsere Wahlheimat Bergamo nach Mailand gereist. Jetzt sind wir froh, dass alles erledigt ist und wir freuen uns aufs Training.
Die nächsten Tage bis zum Wettkampf kurz zusammengefasst
Robert Kunkel: Training, Physio, Kaffee.
Über Platzierungsziele für die Olympischen Winterspiele 2026
Robert Kunkel: Nachdem wir bei den Europameisterschaften zwei Top-Programme gezeigt haben und unsere Platzierung im Verhältnis dazu, wie die anderen Paare gelaufen sind, etwas komisch war, gehen wir nur nach unserer Leistung. Alles andere können wir nicht beeinflussen.
Annika Hocke: Der Paarlauf-Wettkampf wird wirklich interessant, zwischen Platz eins und zehn kann eigentlich alles passieren.
Robert Kunkel: Von ehemaligen Olympiasiegern bis zu zweifachen Weltmeistern ist alles dabei, das wird spannend.
Über ihr glückliches Strahlen auf dem Eis
Annika Hocke: Erstens macht mir Paarlaufen total viel Spaß und zweitens hat uns gerade diese Saison nochmal mehr gelehrt, wie glücklich wir uns schätzen können, den Sport zu haben. Bei unserem ersten Wettkampf der Saison, der Nebelhorn Trophy, war ich einfach nur glücklich, dass wir wieder laufen können. Hier stehen wir auf olympischem Eis und man möchte und kann alles genießen – da kann ich nur strahlen.
Über die Erfahrung ihrer ersten Olympia-Teilnahme 2018 und ihre Tipps für Robert
Annika Hocke: Das Jahr mit der Reise nach Pyoengchang verlief so unerwartet. Es war gar nicht geplant, dass wir [mit ihrem ehemaligen Partner Ruben Blommaert] zu den Olympischen Spielen fahren, weil ich gerade erst mit dem Paarlaufen angefangen hatte. Das waren damals so viele Eindrücke, die ich gar nicht richtig verarbeiten konnte. Ich habe Vieles schon wieder vergessen. Diesmal fühlt es sich realer an und man kann einfach alles bewusster miterleben. Das macht es für uns nochmal schöner. Was ich Robert mitgeben kann, ist, dass wir beide die Olympischen Spiele genießen.
Mehr Eiskunstlaufen bei den Olympischen Winterspielen:
Weitere Informationen zu den Eiskunstlauf-Wettbewerben und hilfreiche Links finden Sie auf unserer Olympia-Seite, Impressionen aus Mailand auf den DEU-Social-Media-Kanälen (Instagram | Facebook).
Text: Pamela Lechner



















