Landeseissportverbände

Die Deutsche Eislauf-Union veranstaltete in Zusammenarbeit mit der Trainerakademie Köln des DOSB das 11. Bundestrainerforum, in diesem Jahr AUF DEM HEILIGEN BERG in Wuppertal. Beherrschendes Thema, wie schon 2017, war die bevorstehende Strukturreform, die der Verband nicht nur als Maßgabe, sondern auch als Chance begreifen möchte, Strukturen aufzubrechen und dem Professionalisierungsgedanken weitere, neue Impulse zukommen zu lassen. In sehr angenehmer Atmosphäre tagte man im Internationalen Tagungszentrum der Evangelischen Kirche in Wuppertal. Als Gast der Veranstaltung begrüßte Sportdirektor Udo Dönsdorf den Vorsitzenden der Disziplinarkommission des Weltverbandes ISU, Volker Waldeck.

Ausgehend von der olympischen Goldmedaille im Paarlauf war nicht das Klagen über die Reform, sondern die produktive Ausgestaltung der Möglichkeiten zentrales Element des dreitägigen Forums. Die Bundestrainer, Kadertrainer und das sportfachliche Personal der DEU waren zusammen gekommen, um unter anderem einen Austausch über die Strukturen an den Bundesstützpunkten, perspektivisch ausgerichtete Kaderkriterien (basierend auf der neuen DOSB Kaderstruktur), das Forschungsprojekt Missie 3 der Universität Stuttgart, die 2019 an den Start gehende Datenbank des IAT für Eiskunstlaufen und die Ergebnisse des vierjährigen ISU Entwicklungsprojektes zu tätigen.

Sportdirektor Udo Dönsdorf bemühte sich mit seinem Team sehr, die Reformanstrengungen im Sport als Chance herauszuarbeiten. Sehr rege wurde am dritten Tag über die Perspektiven im Trainerberuf gesprochen, die es bei den Reformanstrengungen im Zuge der gewünschten Professionalisierung auszubauen gilt. Ein immer wieder aufkommendes Thema ist in einer frühspezialisierenden Sportart die Schule. Flexibilisierungen zugunsten des Leistungssports werden allseits gefordert, damit die Kluft zwischen den international üblichen Umfängen und Intensitäten im Vergleich zu jenen hierzulande nicht zu groß wird.

Neue Trainingsstrategien und eine höhere Durchlässigkeit zur Entwicklung der Eistanz- und Paarlaufdisziplin werden auch von der wissenschaftlichen Seite gefordert. Die Voraussetzungsschulung auf wie außerhalb der Eisbahn hält Ressourcen bereit, die zum Teil nicht entsprechend ausgeschöpft werden. Mit diesem Statement untermauert die seit einem Jahr im Amt tätige wissenschaftliche Mitarbeiterin Christine Leibinger die Bemühungen des Spitzenverbandes. Vereine motivieren, ihre Arbeit selbst zu optimieren, hält Claudia Pfeifer, seit Kurzem Elternzeitvertretung im Amt der Leistungssportreferentin, für das Gebot der Stunde. Mit dem EC Regensburg hat sie hier ein gutes Beispiel vor Augen und hält die Jugendkonzepte einiger Spitzenverbände, die Vereine in den Fokus nehmen, für richtungsweisend.

In diesem Kontext hat die DEU bereits 2017 das Nachwuchs- Workshop Projekt, gefördert aus dem DOSB Innovationsfonds, initiiert. Vereine und ihre Trainer sollen bestärkt und gezielt in den onlinebasierten Austausch über die Lernplattform Edubreak eingebunden werden. Ein Pilotprojekt, welches bereits positive Resonanz erfahren hat und zu einem Monitoring in Sachen Nachwuchsförderung ausgebaut werden soll. Zudem soll dem Talentbegriff mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, will man doch die vorhandenen jungen Athleten einer effektiveren Förderung zuführen. Schon im vergangenen Jahr veranstaltete die DEU hierzu ein Talentetrainerseminar am Bundesstützpunkt Oberstdorf, das die Talenterkennung und zielgerichtete Frühförderung in den Vereinen fokussiert bearbeitete. Auch dieses Projekt soll ab dem kommenden Olympiazyklus systematisch Einzug halten.

Die Strukturreform fordert von den Spitzenverbänden und damit auch von den Landesfachverbänden als föderaler Teil des Ganzen eine systematischere Vorgehensweise, damit Kaderathleten strukturiert auf ihre individuellen Leistungen vorbereitet werden. Dazu benötigt das Sportsystem, und dies war auch substantieller Beratungsgegenstand des diesjährigen Forums, eine erheblich höhere Personalausstattung. Wenn der Staat mit Recht eine effizientere Sportförderung verlangt, bedarf es im Umkehrschluss aber auch einer Finanzierung dieser Strukturen, die vor einem verbandsinternen Controlling nicht Halt machen darf. Das Forum wurde von allen Teilnehmern ob der konstruktiven Gespräche und der angenehmen Tagungsumgebung sehr positiv bewertet.

Der Tagungsplan steht hier zum Download zur Verfügung. Das Foto zeigt Teilnehmer des Forums.

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